Wie ein Spaziergang zum Abenteuer wird!

Wenn Luna und ich spazieren gehen, dann ist es nicht bloß ein Spaziergang. Im Gegenteil, es ist eine Verabredung mit meinem besten Freund. Mit meinem Seelenhund. Wenn ich mit Luna raus gehe, dann möchte ich etwas mit ihr erleben, Spaß haben und gemeinsam die Natur genießen. Für viele geht das nur am Wochenende und dann sind Ausflüge ins Grüne meist mit einer längeren Autobahnfahrt verbunden. Ich bin allerdings der Meinung dass das auch jeden Tag in direkter Umgebung geht. Mit ein bisschen Kreativität kann man mit ganz einfachen Mitteln richtig viel Spaß haben.


Aber warum denn eigentlich nicht nur Spazieren gehen ? Nun ja, in meinem Blogbeitrag über die Konditionierung auf die Hundepfeife, habe ich ja bereits erwähnt dass zu einem verlässlichen Rückruf weitaus mehr gehört, als nur die reine Konditionierung. Der Weg zum entspannten Spaziergang bei dem man mit seiner Fellnase viele tolle Dinge zusammen erlebt, ist allerdings nicht immer leicht. Schließlich haben Hunde auch ihren eigenen Kopf und müssen erst einmal lernen, dass es gut ist sich an seinem Frauchen oder Herrchen zu orientieren.

Im Grunde ist es so. Als Frauchen und Herrchen sollte die Bereitschaft, sich vor seinem Hund zum Clown zu machen, groß sein. Für seinen Hund interessanter als andere Hunde zu sein, ist kein einfaches Vorhaben. Dazu noch eine Autoritätsperson darzustellen erst recht nicht. Wie stellen wir das ganze also an? Na klar, das Zauberwort heisst:

‚LIEBEVOLLE KONSEQUENZ‘ ❤

Bei mir sah das ganze so aus. Ich habe meine sonstige Alltagskleidung gegen Hundekleidung eingetauscht. Mit Leckerchen, Kaka-Beuteln, Bällchen und Dummy ging es dann los. Ab raus mit dem kleinen Labbi-Welpen in die spannende Natur.

Kurzer Exkurs: Bevor wir jedoch zum eigentlich spannenden Teil kommen, möchte ich darauf Aufmerksam machen, dass ein jeder von Euch an seine Grenzen getrieben wird 😀 ! Ich liebe meine Luna, ja ich liebe sie sogar sehr. Aber wenn sie mir mit einem Stocki im Maul den ‚Mittelfinger‘ zeigt, um mich herum tänzelt wie eine kleine Diva weil sie trotz meiner Mühen und Kreativität, gerade eben NICHT zu mir kommen möchte obwohl ich das JETZT SOFORT will. Ja dann verzweifelt man, brüllt und schreit rum. Trampelt auf den Waldboden umher, sieht nur noch schwammig Passanten an sich vorbeiziehen die lachend tuscheln ‚Ach guck mal wie süß, der Hund hat aber ein tolles Stöckchen‘! Innerhalb von Sekunden entscheidet man sich innerlich für die Variante einfach zu gehen – soll sie doch bleiben wo der Pfeffer wächst. Das tut Frauchen natürlich nicht. Ich bin geblieben und habe gewartet. Lange gewartet. Ignoranz hat mich in solchen Situationen bei Luna zum Ziel geführt.

Nun gut, jetzt möchte ich euch ein paar Aktivitäten vorstellen, die ich mit Luna regelmäßig auf unseren Spaziergängen mache.

Vorbereitungen für den Spaziergang:

  1. Leckerlis (z.Bsp. Apfel, Möhre, Harzerkäse)
  2. Spielzeug (z.Bsp. Bällchen oder Frisbee)
  3. Futterdummy

Diese Dinge trage ich mittlerweile bei einem Spaziergang bei mir, wie meine Unterhose 😀

Aktivität 1: Einfache Apportier-spiele

Auf unserem Spaziergang machen Luna und ich oft kleine Apportier-spiele. Ich werfe einen Ball, Luna bringt ihn mir und wir wiederholen das ganze. Oder aber ich lasse Luna im Sitz warten, lege einige Meter weit entfernt von ihr den Futterdummy hin. Sie darf erst auf mein Kommando den Futterdummy holen. Nachdem sie ihn gebracht hat gibt es eine Belohnung.


Eine weitere Variante sieht wie folgt aus: Luna sitzt und wartet. Ich lege zwei Spielsachen in Sichtweite aus. Auf mein Kommando darf sie die Sachen apportieren. Indem ich ein einfaches Apportier-Spiel in verschiedenen Schwierigkeits-Etappen aufbaue schaffe ich es meinen Hund nicht nur körperlich sondern auch geistig aus zu powern. Ich fördere ihre Konzentration und ihre Geduld. Nach und nach haben wir angefangen die Instanzen des Wartens auszubauen. Das Tempo sollte dabei wieder langsam gesteigert werden.

Wichtig: Diese Übung würde ich anfangs wieder in reizarmer Umgebung aufbauen und die Stärke der Ablenkung langsam steigern.

Aktivität 2: Auf die Nase fertig los!

Eine tolle Sachen um die Nase unserer Hunde zu fördern sind Suchspiele. Suchspiele können drinnen wie draußen gemacht werden. Wichtig dabei ist der Spaß und das Erfolgserlebnis für den Hund. Auf unseren Spaziergängen verstecke ich in Lunas bei sein   ( natürlich muss sie dabei wieder brav sitzen und warten) ein paar Leckerchen in der Wiese oder aber unter Holzstämmen. Auf mein Kommando darf sie die ganzen Leckerlis dann suchen. Ihr könnt eurer Fellnase gerne Hilfestellung geben wenn das Leckerchen schwer zu erschnüffeln ist.

Das stärkt die Bindung und der Hund merkt, dass er mit Hilfe von Frauchen oder Herrchen zum Ziel kommt. Motivation und ein tolles Lob ist bei diesem Spiel besonders wichtig. Zudem soll der Hund mit einem Erfolgserlebnis aus der Übung gehen.

Luna mag es zum Beispiel am liebsten wenn ich etwas Käse oberhalb an einem Baum an die Rinde klebe. Sie muss sich dann auf die Hinterläufe stellen um an den Käse zu kommen.

Tipp: Während dein Hund die Leckerlis sucht, kannst Du ihn mit einem Leckerli in deiner Hand zu dir locken. So kannst du nach und nach ein Stop/Abbruch Kommando aufbauen. Das ist zum Beispiel Hilfreich wenn der Hund besonders intensiv an einer bestimmten Stelle schnüffelt wo du es gerade nicht möchtest. Das Abbruchsignal funktioniert bei Luna leider noch nicht so super 😀 da sind wir auch noch im Training. Die Maus ist leider extrem verfressen.

Aktivität 3: Verstecken spielen

Verstecken spielen ist Action pur 🙂 ! Zudem macht es einfach so viel Spaß und fördert die Bindung. Am liebsten spielen wir das zu dritt. Am Wochenende wenn Andrè Zeit hat mit uns zusammen die Spaziergänge zu genießen.

Einer versteckt sich und der andere schickt Luna los zum suchen. Danach wird getauscht. Sie hat beim suchen so viel Freude und ist immer super happy uns gefunden zu haben. Bei diesem Spiel ist alles erlaubt. Unterstützt euren Hund ruhig durch rufen, rascheln oder aber auch wenn ihr euch erkennbar macht. Der Hund soll ja schließlich keine Angst bekommen euch verloren zu haben. Es soll ein Spiel sein.
Bei allen Aktivitäten soll der Spaß und die Bindungsförderung im Vordergrund stehen. Gerade zum Anfang hin haben wir nicht so sehr auf Feinheiten und Details in der Ausführung geachtet. Es geht erst einmal nur darum, dem Hund zu zeigen dass man zusammen ein Team ist und ganz viel Spaß hat. Man meistert Hürden, bewältigt gemeinsam Aufgaben und erlebt so tolle Abenteuer.

Ihr fragt euch jetzt bestimmt trotzdem, wie das ganze hier den Rückruf fördern soll? Euer Hund wird gerne mit euch mit kommen, obwohl auf der Wiese noch ein paar Spielpartner sind, wenn er weiß dass er mit Euch mindestens genau so viel Spaß haben kann. Ein glücklicher ausgeglichener Hund hört gerne auf Frauchen und Herrchen. Ganz viele Fehlverhalten eines Hundes entstehen wenn der Hund nicht ausgelastet ist und die Bindung zu dem Menschen nicht stimmt. Zumindest haben wir diese Erfahrung bei Luna gemacht.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim ausprobieren und vor allem beim Erleben von tollen Abenteuern mit euren Fellnasen ❤

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Konditionierung auf den Rückruf-Pfiff

Ein jeder von Euch wird das kennen, die liebste Fellnase hat etwas super spannendes erschnüffelt oder spielt gerade mit anderen Hunden wenn man eigentlich gerade weitergehen möchte. Doch wie schaffe ich es, meinen Hund in solchen Situationen verlässlich zu mir zurück zu rufen? Ich habe mich bei Luna von Anfang an für die Konditionierung auf den Rückruf mit einer Pfeife entschieden. Hundebesitzer die am Waldrand stehen und wie verrückt nach ihrem Hund rufen, waren für mich schon immer ein Greul. Hinzu kommt, dass der Rückruf mit der Pfeife nicht an Emotionen wie Wut oder Ärger geknüpft ist.

Ein kurzes Beispiel:

Luna rennt einer Ente hinterher. Das darf sie natürlich nicht. Ich Pfeife also und mein Hund kommt freudestrahlend zu mir zurück.

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Oder aber … Luna rennt einer Ente hinterher und ich rufe mit wütender Stimme hinter ihr her. Natürlich bin ich wütend, denn sie darf ja eigentlich keiner Ente hinterher rennen. Würde Luna zurück kommen? Vielleicht nach zwei drei weiteren Aufforderungen meinerseits. Ist ja auch blöd zu nem Frauchen zurück zu kommen dass wütend auf einen ist.

Was ist mein roter Faden bei der Konditionierung? 

Im Grundsatz möchte ich dass mein Hund in allen erdenklichen Situationen verlässlich von mir abrufbar ist. Wie schaffe ich das? Mein Hund muss wissen dass es bei Frauchen oder Herrchen immer am aller aller tollsten ist. Um dem ganzen etwas Druck zu nehmen – auch bei uns klappt es nicht immer zu 100%. Dahinter steckt Jahrelanges Training und vor allem eine gefestigte Hund-Mensch-Bindung. Luna ist jetzt 1,5 Jahre alt und auch wir haben da natürlich noch Arbeit und Training vor uns. Aber zu 95% bin ich davon überzeugt sie abrufen zu können. Wichtig ist zudem nicht zu schnell von dem einen Trainingsschritt zum nächsten zu springen.

Wie baue ich die Konditionierung auf?

Luna war 12 Wochen alt als wir mit dem Training angefangen haben. Aber keine Sorge, auch Hunde die wesentlich Älter sind kann man problemlos auf eine Pfeife konditionieren.

  • Hinweis: Da ich bei Luna mit der Konditionierung im Welpenalter angefangen habe, sitze ich auf den ersten Fotos. Ein freudiges Empfangen ist besonders bei Welpen wichtig. Bei einem Erwachsenen Hund der schon Grundkenntnisse beherrscht, kann die Übung direkt im Stand ausgeführt werden.

Schritt 1:(Zuhause)

Ich sitze auf dem Fußboden und Rufe Luna beim Namen, direkt im Anschluss Pfeife ich. Luna kommt freudestrahlend auf mich zu und bekommt ein Leckerli. Das ganze mache ich vielleicht so drei mal hintereinander. Ich kann diese Übungseinheit ruhig 2-3 mal am Tag wiederholen. Insgesamt würde ich diesen Trainingsschritt 2-3 Tage lang üben.

 

Schritt 2: (Zuhause)

Wenn ihr das Gefühl habt, euer Hund hat verstanden worum es geht. Könnt ihr einen Schritt weiter gehen. Ihr seid immer noch nah bei euerm Hund, allerdings pfeift ihr jetzt ohne vorher den Namen zu sagen. Kommt eure Fellnase gibt es sofort ein Leckerli. Das ganze übt ihr in den Abständen und Wiederholungen wie beim ersten Schritt.

Hat eurer Hund das ganze gut verstanden, könnt ihr nun auch hergehen und den Radius vergrößern. Eure Fellnase ist zum Beispiel gerade im Wohnzimmer? Dann geht ihr einfach mal in die Küche oder ins Schlafzimmer und pfeifft. Hat euer Hund die vorherigen Trainingsschritte gut verstanden wird er zu euch kommen. Dafür gibt es wieder ein tolles Leckerli.

An diesem Punkt haben wir damals angefangen kleine Feinheiten mit ein zu bringen! Pfiff – Luna kommt – Sitz – Leckerli!

 

Schritt 3: (Reizarme Umgebung draußen) 

Im dritten Schritt wird es spannend. Es geht nach draußen. Sucht euch eine möglichst reizarme Umgebung die euer Hund im besten Fall gut kennt. Denn nicht nur andere Hunde sind eine Ablenkung, sondern auch neue Gerüche.

Zur Sicherheit könnt ihr die Übung auch vorerst in Kombination mit einer Schleppleine aufbauen. So habt ihr noch mehr Kontrolle über eure Fellnase.

Ihr baut die Übung im freien genauso auf wie Zuhause. Reagiert euer Hund plötzlich nicht auf den alleinigen Pfiff, könnt ihr noch einmal einen Schritt zurück gehen und ihn anfangs mit der Kombi ‚ Name – Pfiff‘ rufen.

Am einfachsten ist es, wenn ihr diese Übung immer wieder in den alltäglichen Spaziergang integriert. Wichtig dabei ist langsam vorzugehen und das Level nicht zu schnell zu steigern.

Nach und nach könnt ihr dann hergehen und die Distanz zum Hund steigern.

Typische Traingsfehler:

  • Zu schnelles Lerntempo
  • Innerer Druck
  • Vorschnelles aufgeben

Kleine Tips und Tricks:

  • Was tun wenn die Fellnase nicht kommt? – Übung mit geringerem Schwierigkeitsgrad aufbauen. Wichtig ist, dass der Hund das Training mit positiven Erlebnissen und Erfolgen verknüpft.
  • Ihr könnt auch das Lieblingsspielzeug von eurem Hund zum locken einsetzen
  • Besondere Leckerlis wie Käse oder Fleischwurst verwenden

 

Viel Spaß und Erfolg beim Training ❤

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß beim Training mit der Hundepfeife. Ich freue mich natürlich über eure Rückmeldungen und Fragen zu dem Thema. Ihr könnt mir auch gerne kleine Übungsvideos von euren Fellnasen per E-Mail schicken: meinseelenhund@gmx.de

Ich möchte auch noch einmal darauf hinweisen, dass zu einem gefestigten Rückruf nicht nur diese Trainingsschritte gehören. Im Gesamten kommt es auf eine ausgeglichene und gefestigte Bindung zwischen Euch und eurem Hund an. Wie ihr die Bindung nachhaltig fördern und stärken könnt, darüber werde ich in einem weiteren Blogbeitrag schreiben.

 

 

Auf der Suche nach unserem Seelenhund

„Man kann ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht“

Mein Leben ohne Hund war nicht schlecht. Im Gegenteil, ich hatte viele Freunde mit denen ich gerne feiern gegangen bin. Mein Mann und ich hatten seine Uroma die wir häuslich gepflegt haben und zu all dem hatten wir natürlich auch noch unsere Jobs. Zuviel Freizeit hatten wir also definitiv nicht. Aber irgendwie fehlte mir etwas zum glücklich sein. Natürlich wusste ich genau was mir fehlte. Aber diesen ‚Wunsch‘ direkt heraus zu posaunen erschien mir taktisch unklug. Schließlich gab es da einige Hürden zu meistern.

Mein Mann befand sich in einer beruflichen Umstrukturierung. Meine Selbstständigkeit bestand auch noch nicht so lange. Zudem nahm die Pflege seiner Uroma mindestens noch einmal einen Vollzeit-Job in Anspruch. War es wirklich der richtige Zeitpunkt jetzt einen Hund zu kaufen?

Naja gut, man kann ja auch erst einmal ein Buch über die Rasse des ‚Labrador-Retrievers‘ kaufen und es mal in der Wohnung hinlegen. Vielleicht fällt es ja jemandem auf. Zwischendurch beim Frühstück oder Abendessen kramte ich dann alte Geschichten von unserem süßen Familienhund Benny raus. Mein Mann hörte sich das auch alles gerne an, allerdings kam am Ende immer ein und der selbe Satz ‚Schatz, wir haben aber keine Zeit für einen Hund‘! Damit wollte ich mich natürlich nicht zufrieden geben. Schließlich stand für mich fest, dass ein Hund zu meinem Leben gehört. Also fing ich an in die Offensive zu gehen. Nach langen Gesprächen und Planungen wie unser Alltag mit Hund aussehen könnte war es dann soweit. Mein Mann wollte sich Züchter ansehen.

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Die Magie der Welpenzeit ❤

‚Jippieeee Yeah‘ – los ging es mit meiner Suche nach dem passenden Züchter. Da es für mich ganz wichtig gewesen ist, ein besonderes Augenmerk auf die Gesundheitswerte der Elterntiere zu legen, suchte ich mir die Kontakte von Züchtern über den LCD (Labrador Club Deutschland). Auf welche Erbkrankheiten man besonders bei Labradoren achten sollte, darauf werde ich noch einmal in einem separatem Blockbeitrag eingehen. Das Thema würde hier den Rahmen sprengen.

Nachdem ich mir einige passende Kontakte zusammengesucht hatte, fing ich an diese ab zu telefonieren. Natürlich hatte ich mir im Vorfeld eine ganze Liste an Fragen zusammengestellt. Ich weiß nicht mehr wie viele Telefonate ich geführt habe und wie viele Stunden diese an Zeit in Anspruch genommen haben. Aber ich erinnere mich an heiße Ohren und eine pelzige trockene Zunge meinerseits. Ich kann euch sagen, Züchter sind nicht meine Lieblingsgruppe an Menschen. Ein jeder von ihnen meinte die Weisheit mit dem Löffel gegessen zu haben. Ich kam mir regelrecht wie ein Schulkind vor. Irgendwann war ich so deprimiert dass ich dachte wir bekommen niemals einen eigenen Labbi.

Mit Mitte zwanzig schienen wir für einige der Züchter noch nicht reif genug. Verheiratet? – Na wer weiß schon wie lange das wohl halten mag und ob es nicht eher eine ‚Jugendsünde‘ ist. Das allergrößte Verbrechen war aber dass wir in der 1. Etage wohnen. ‚Sie wohnen in der 1. Etage? Nein, dann bekommen sie definitiv keinen Hund von mir‘.

Doch es gab nicht nur negative Züchter-Erfahrungen. Ich habe auch viele nette Züchter kennengelernt mit denen ich sehr gerne telefoniert habe. Manche davon waren aber einfach zu weit weg von uns. Schließlich fanden wir dann aber zwei Züchter die für uns in die engere Auswahl gekommen sind. Wir vereinbarten ein persönliches Treffen, bei dem wir die ausgewachsenen Zuchttiere kennenlernen wollten. ‚Räusper‘ – Ja ich weiß die Idee von meiner Mutter damals ist gar nicht so schlecht gewesen. Andrè, mein Mann, hatte schließlich keinerlei Hundeerfahrung und kannte Labbis nur aus meinen tollen Erzählungen. Er sollte sich sein eigenes Bild machen und sich unabhängig von mir, frei für diese wundervolle Rasse entscheiden.

Das erste Züchter-Treffen

Schon die Hinfahrt gleichte einer Odyssee. Aber was soll’s für den passenden Züchter nimmt man das doch gerne in Kauf. Als wir nach gefühlten Stunden endlich ein verlassenes heruntergekommenes Haus zwischen Feldern sahen, waren wir uns sicher unser Navi hat uns einen Streich gespielt.

Hatte es nicht! So standen wir vor diesem Haus, um unsere Beine herum streifte sich eine Katze und wir zögerten zu klingeln. Als Andrè das klingeln übernahm, hörten wir nur eine Horde von kleffenden Hunden. Ich wollte weg. Ich wollte ins Auto. Aber ich musste auch Pipi. Zack, da war die Tür schon offen. Es begrüßte uns eine Frau, die in einer optischen Verfassung war, wo ich ernsthaft überlegte ob ich ihr meine Hand zur Begrüßung geben wollte. Meine Desinfektionstücher hatte ich auch zuhause vergessen . So ein Mist. Ich wollte weg. Es ging alles viel zu schnell um umzukehren und so saßen wir in einem kleinen Zimmer wo noch zwei weitere Katzen auf uns warteten. Nachdem die Frau uns das ‚Welpenzimmer‘ gezeigt hatte und das bellen der Hunde, welche oben eingesperrt waren einfach nicht aufhören wollte, meldete sich meine Blase. Ich ging zur Toilette. Diese Räumlichkeit möchte ich nicht näher beschreiben. Ich kann nur eins dazu sagen, eine Bahnhofstoilette nach einem Fußballspiel hätte ich im sitzen benutzen können ohne mir dabei Gedanken machen zu müssen. Ich wollte weg. Ich wollte die Hunde nicht kennenlernen, die Frau war unsympathisch und ich wollte definitiv keinen Welpen von hier. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und kehrte zu meinem Mann und der Züchterin zurück, wo ich entschlossen das Ende unseres Kennenlernen verkündete. Herrje war die Frau angepisst. Sie hätte mir am liebsten einen Arschtritt bis zum Mond und zurück verpasst. Aber immerhin sie gab mir nicht mehr die Hand zur Verabschiedung. Also hatte das ganze doch noch etwas gutes.

Deprimiert und schockiert fuhren wir wieder nach Hause. Einige Tage später hatten wir das Treffen mit den zweiten Züchtern, die uns am Telefon sympathisch waren. Na das konnte ja was werden. Ohne Erwartungen fuhren wir los. Dort angekommen, waren wir schon alleine von der Örtlichkeit und der süßen Straße wo die Züchter wohnten, positiv überrascht. Als wir klingelten erwartete uns kein Kleffen und eine zierliche überaus sympathische Frau öffnete uns die Haustür. Kaum waren wir eingetreten, öffnete die die Tür zum Wohnzimmer und es stürmten drei Labbis auf uns zu. Grunzend und Schwänzchen wedelnd. Ich hatte Tränen in den Augen und da rutschte es mir auch schon raus ‚Scheiße, was habe ich das vermisst‘.

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Luna mit 8 Wochen bei ihrem Einzug bei uns!

Andrè und ich saßen auf dem Wohnzimmerboden bei ‚unseren‘ Züchtern und beschmusten deren Hunde. Es war wundervoll. So bezaubernde liebevolle Hunde. Es folgte ein langes freundliches Gespräch bei einer Tasse Kaffee. Diese streng gläubigen Menschen, schienen keine Vorurteile gegen meinen Tattoowierten Mann und unserer jungen Ehe zu haben. Als wir uns das Welpenzimmer ansehen durften, stand für uns fest dass wir mit einem Welpen aus dieser Zucht glücklich werden. Wir bekamen auch eine direkte Zusage dass wir einen Welpen bekommen werden.

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Mini-Maus Luna

Warten – Ich hasse Warten!

Zwei Monate später, am 24.10.2014 kamen die Welpen zur Welt. Vier Wochen später durften wir die kleinen Mäuse das erste Mal besuchen. Weitere vier Wochen später am 21.12.2014 durften wir unsere Luna dann endlich zu uns holen. Für immer!

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Unser erstes Weihnachten mit Luna

… und wie haben wir uns für Luna entschieden?

Nun ja, anfangs wollten wir einen schwarzen Rüden. Nachdem wir Jill, die Mutter von Luna – eine schwarze Labbi Hündin kennengelernt hatten, stand für uns fest dass es eine Hündin werden soll. Da es in dem Wurf nur eine schwarze Hündin gab mussten wir keine große Auswahl treffen. Für uns ist es allerdings die beste Auswahl gewesen ❤

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Mein Seelenhund ❤

 

 

Als ein Labbi in mein Leben trat

Als ein Labrador-Retriever erstmals in mein Leben trat, war ich gerade einmal 9 Jahre alt. Meine Eltern wollten einen Familienhund. Eigentlich sollte es ein Golden-Retriever werden. Die waren damals allerdings so heiß begehrt, dass es in vielen Zuchten gesundheitliche Probleme gab.

Also musste ein anderer Hund her. Meiner Mutter wäre es nur recht gewesen, wenn wir Kinder bei unseren Kaninchen geblieben wären. Denn manchmal waren große Hunde meiner Mutter nicht ganz geheuer. Natürlich dachte sie dabei auch an all die ganze Arbeit die besonders auf sie zukommen würde. Mein Vater, meine Schwester und ich waren allerdings einer Meinung:

‘Ein Hund bereichert die Familie’

Da standen wir nun vor der Haustür der Züchter. Nicht um uns Welpen anzusehen. Im Gegenteil, meine Mutter hatte die Idee sich erst einmal die ausgewachsenen Tiere anzusehen und dann zu entscheiden. Sie schien sich damals sicher zu sein den Kauf eines Hundes aufschieben zu können. Aber wer kann schon dem Begrüßungs-szenario eines Labbis wiederstehen?

Nun ja, der Plan ging also nicht auf. Wir waren verliebt in diese Hunde. Wir alle.

Ein paar Monate später standen wir erneut vor der Tür der Züchter. Diesmal um unseren kleinen süßen flauschigen Welpen abzuholen.

Ich muss sagen, als Kind hat man natürlich nicht wirklich Arbeit mit einem Hund. Ein Hund ist zum Schmusen da, zum Spielen und ab und zu zum Spazieren gehen. Er tröstet einen und begleitet einen durchs Leben. Ich war damals 9 Jahre alt. Demnach hatte unser Benny zwei pupertierende Mädels um sich herum, die er eigentlich ständig trösten oder beschmusen musste.

Aber mal im Ernst – mit einem Hund groß zu werden prägt einen. Für mich war es daher dass schlimmste überhaupt als er nach elf Jahren von uns ging. Seit diesem Tag stand für mich fest, dass ein Leben ohne Hund für mich nicht vollkommen wäre.

Das ganze in die Tat umzusetzen, hat dann allerdings noch einmal 6 Jahre gedauert. Schulabschluss, Ausbildung und meine damalige Arbeit ließen einfach keinen Platz um einem aktiven Hund gerecht zu werden. Mit dem Entschluss sich vor knapp 2,5 Jahren dann selbstständig zu machen, kam auch der Entschluss dass die Zeit mehr als reif ist für einen Labbi in unserem Leben.

Unser Leben? Ja genau, da gibt es ja noch jemanden ganz wichtigen mit dem ich mein Leben teile. Mein lieber Mann. Wie sich der Entschluss, unser Leben mit einem Vierbeiner teilen zu wollen, festigte und wie sich die Abenteuerliche Suche nach einem geeigneten Züchter gestaltet hat, darüber werde ich in einem weiteren Blogbeitrag berichten.