Wie ein Spaziergang zum Abenteuer wird!

Wenn Luna und ich spazieren gehen, dann ist es nicht bloß ein Spaziergang. Im Gegenteil, es ist eine Verabredung mit meinem besten Freund. Mit meinem Seelenhund. Wenn ich mit Luna raus gehe, dann möchte ich etwas mit ihr erleben, Spaß haben und gemeinsam die Natur genießen. Für viele geht das nur am Wochenende und dann sind Ausflüge ins Grüne meist mit einer längeren Autobahnfahrt verbunden. Ich bin allerdings der Meinung dass das auch jeden Tag in direkter Umgebung geht. Mit ein bisschen Kreativität kann man mit ganz einfachen Mitteln richtig viel Spaß haben.


Aber warum denn eigentlich nicht nur Spazieren gehen ? Nun ja, in meinem Blogbeitrag über die Konditionierung auf die Hundepfeife, habe ich ja bereits erwähnt dass zu einem verlässlichen Rückruf weitaus mehr gehört, als nur die reine Konditionierung. Der Weg zum entspannten Spaziergang bei dem man mit seiner Fellnase viele tolle Dinge zusammen erlebt, ist allerdings nicht immer leicht. Schließlich haben Hunde auch ihren eigenen Kopf und müssen erst einmal lernen, dass es gut ist sich an seinem Frauchen oder Herrchen zu orientieren.

Im Grunde ist es so. Als Frauchen und Herrchen sollte die Bereitschaft, sich vor seinem Hund zum Clown zu machen, groß sein. Für seinen Hund interessanter als andere Hunde zu sein, ist kein einfaches Vorhaben. Dazu noch eine Autoritätsperson darzustellen erst recht nicht. Wie stellen wir das ganze also an? Na klar, das Zauberwort heisst:

‚LIEBEVOLLE KONSEQUENZ‘ ❤

Bei mir sah das ganze so aus. Ich habe meine sonstige Alltagskleidung gegen Hundekleidung eingetauscht. Mit Leckerchen, Kaka-Beuteln, Bällchen und Dummy ging es dann los. Ab raus mit dem kleinen Labbi-Welpen in die spannende Natur.

Kurzer Exkurs: Bevor wir jedoch zum eigentlich spannenden Teil kommen, möchte ich darauf Aufmerksam machen, dass ein jeder von Euch an seine Grenzen getrieben wird 😀 ! Ich liebe meine Luna, ja ich liebe sie sogar sehr. Aber wenn sie mir mit einem Stocki im Maul den ‚Mittelfinger‘ zeigt, um mich herum tänzelt wie eine kleine Diva weil sie trotz meiner Mühen und Kreativität, gerade eben NICHT zu mir kommen möchte obwohl ich das JETZT SOFORT will. Ja dann verzweifelt man, brüllt und schreit rum. Trampelt auf den Waldboden umher, sieht nur noch schwammig Passanten an sich vorbeiziehen die lachend tuscheln ‚Ach guck mal wie süß, der Hund hat aber ein tolles Stöckchen‘! Innerhalb von Sekunden entscheidet man sich innerlich für die Variante einfach zu gehen – soll sie doch bleiben wo der Pfeffer wächst. Das tut Frauchen natürlich nicht. Ich bin geblieben und habe gewartet. Lange gewartet. Ignoranz hat mich in solchen Situationen bei Luna zum Ziel geführt.

Nun gut, jetzt möchte ich euch ein paar Aktivitäten vorstellen, die ich mit Luna regelmäßig auf unseren Spaziergängen mache.

Vorbereitungen für den Spaziergang:

  1. Leckerlis (z.Bsp. Apfel, Möhre, Harzerkäse)
  2. Spielzeug (z.Bsp. Bällchen oder Frisbee)
  3. Futterdummy

Diese Dinge trage ich mittlerweile bei einem Spaziergang bei mir, wie meine Unterhose 😀

Aktivität 1: Einfache Apportier-spiele

Auf unserem Spaziergang machen Luna und ich oft kleine Apportier-spiele. Ich werfe einen Ball, Luna bringt ihn mir und wir wiederholen das ganze. Oder aber ich lasse Luna im Sitz warten, lege einige Meter weit entfernt von ihr den Futterdummy hin. Sie darf erst auf mein Kommando den Futterdummy holen. Nachdem sie ihn gebracht hat gibt es eine Belohnung.


Eine weitere Variante sieht wie folgt aus: Luna sitzt und wartet. Ich lege zwei Spielsachen in Sichtweite aus. Auf mein Kommando darf sie die Sachen apportieren. Indem ich ein einfaches Apportier-Spiel in verschiedenen Schwierigkeits-Etappen aufbaue schaffe ich es meinen Hund nicht nur körperlich sondern auch geistig aus zu powern. Ich fördere ihre Konzentration und ihre Geduld. Nach und nach haben wir angefangen die Instanzen des Wartens auszubauen. Das Tempo sollte dabei wieder langsam gesteigert werden.

Wichtig: Diese Übung würde ich anfangs wieder in reizarmer Umgebung aufbauen und die Stärke der Ablenkung langsam steigern.

Aktivität 2: Auf die Nase fertig los!

Eine tolle Sachen um die Nase unserer Hunde zu fördern sind Suchspiele. Suchspiele können drinnen wie draußen gemacht werden. Wichtig dabei ist der Spaß und das Erfolgserlebnis für den Hund. Auf unseren Spaziergängen verstecke ich in Lunas bei sein   ( natürlich muss sie dabei wieder brav sitzen und warten) ein paar Leckerchen in der Wiese oder aber unter Holzstämmen. Auf mein Kommando darf sie die ganzen Leckerlis dann suchen. Ihr könnt eurer Fellnase gerne Hilfestellung geben wenn das Leckerchen schwer zu erschnüffeln ist.

Das stärkt die Bindung und der Hund merkt, dass er mit Hilfe von Frauchen oder Herrchen zum Ziel kommt. Motivation und ein tolles Lob ist bei diesem Spiel besonders wichtig. Zudem soll der Hund mit einem Erfolgserlebnis aus der Übung gehen.

Luna mag es zum Beispiel am liebsten wenn ich etwas Käse oberhalb an einem Baum an die Rinde klebe. Sie muss sich dann auf die Hinterläufe stellen um an den Käse zu kommen.

Tipp: Während dein Hund die Leckerlis sucht, kannst Du ihn mit einem Leckerli in deiner Hand zu dir locken. So kannst du nach und nach ein Stop/Abbruch Kommando aufbauen. Das ist zum Beispiel Hilfreich wenn der Hund besonders intensiv an einer bestimmten Stelle schnüffelt wo du es gerade nicht möchtest. Das Abbruchsignal funktioniert bei Luna leider noch nicht so super 😀 da sind wir auch noch im Training. Die Maus ist leider extrem verfressen.

Aktivität 3: Verstecken spielen

Verstecken spielen ist Action pur 🙂 ! Zudem macht es einfach so viel Spaß und fördert die Bindung. Am liebsten spielen wir das zu dritt. Am Wochenende wenn Andrè Zeit hat mit uns zusammen die Spaziergänge zu genießen.

Einer versteckt sich und der andere schickt Luna los zum suchen. Danach wird getauscht. Sie hat beim suchen so viel Freude und ist immer super happy uns gefunden zu haben. Bei diesem Spiel ist alles erlaubt. Unterstützt euren Hund ruhig durch rufen, rascheln oder aber auch wenn ihr euch erkennbar macht. Der Hund soll ja schließlich keine Angst bekommen euch verloren zu haben. Es soll ein Spiel sein.
Bei allen Aktivitäten soll der Spaß und die Bindungsförderung im Vordergrund stehen. Gerade zum Anfang hin haben wir nicht so sehr auf Feinheiten und Details in der Ausführung geachtet. Es geht erst einmal nur darum, dem Hund zu zeigen dass man zusammen ein Team ist und ganz viel Spaß hat. Man meistert Hürden, bewältigt gemeinsam Aufgaben und erlebt so tolle Abenteuer.

Ihr fragt euch jetzt bestimmt trotzdem, wie das ganze hier den Rückruf fördern soll? Euer Hund wird gerne mit euch mit kommen, obwohl auf der Wiese noch ein paar Spielpartner sind, wenn er weiß dass er mit Euch mindestens genau so viel Spaß haben kann. Ein glücklicher ausgeglichener Hund hört gerne auf Frauchen und Herrchen. Ganz viele Fehlverhalten eines Hundes entstehen wenn der Hund nicht ausgelastet ist und die Bindung zu dem Menschen nicht stimmt. Zumindest haben wir diese Erfahrung bei Luna gemacht.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim ausprobieren und vor allem beim Erleben von tollen Abenteuern mit euren Fellnasen ❤

Konditionierung auf den Rückruf-Pfiff

Ein jeder von Euch wird das kennen, die liebste Fellnase hat etwas super spannendes erschnüffelt oder spielt gerade mit anderen Hunden wenn man eigentlich gerade weitergehen möchte. Doch wie schaffe ich es, meinen Hund in solchen Situationen verlässlich zu mir zurück zu rufen? Ich habe mich bei Luna von Anfang an für die Konditionierung auf den Rückruf mit einer Pfeife entschieden. Hundebesitzer die am Waldrand stehen und wie verrückt nach ihrem Hund rufen, waren für mich schon immer ein Greul. Hinzu kommt, dass der Rückruf mit der Pfeife nicht an Emotionen wie Wut oder Ärger geknüpft ist.

Ein kurzes Beispiel:

Luna rennt einer Ente hinterher. Das darf sie natürlich nicht. Ich Pfeife also und mein Hund kommt freudestrahlend zu mir zurück.

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Oder aber … Luna rennt einer Ente hinterher und ich rufe mit wütender Stimme hinter ihr her. Natürlich bin ich wütend, denn sie darf ja eigentlich keiner Ente hinterher rennen. Würde Luna zurück kommen? Vielleicht nach zwei drei weiteren Aufforderungen meinerseits. Ist ja auch blöd zu nem Frauchen zurück zu kommen dass wütend auf einen ist.

Was ist mein roter Faden bei der Konditionierung? 

Im Grundsatz möchte ich dass mein Hund in allen erdenklichen Situationen verlässlich von mir abrufbar ist. Wie schaffe ich das? Mein Hund muss wissen dass es bei Frauchen oder Herrchen immer am aller aller tollsten ist. Um dem ganzen etwas Druck zu nehmen – auch bei uns klappt es nicht immer zu 100%. Dahinter steckt Jahrelanges Training und vor allem eine gefestigte Hund-Mensch-Bindung. Luna ist jetzt 1,5 Jahre alt und auch wir haben da natürlich noch Arbeit und Training vor uns. Aber zu 95% bin ich davon überzeugt sie abrufen zu können. Wichtig ist zudem nicht zu schnell von dem einen Trainingsschritt zum nächsten zu springen.

Wie baue ich die Konditionierung auf?

Luna war 12 Wochen alt als wir mit dem Training angefangen haben. Aber keine Sorge, auch Hunde die wesentlich Älter sind kann man problemlos auf eine Pfeife konditionieren.

  • Hinweis: Da ich bei Luna mit der Konditionierung im Welpenalter angefangen habe, sitze ich auf den ersten Fotos. Ein freudiges Empfangen ist besonders bei Welpen wichtig. Bei einem Erwachsenen Hund der schon Grundkenntnisse beherrscht, kann die Übung direkt im Stand ausgeführt werden.

Schritt 1:(Zuhause)

Ich sitze auf dem Fußboden und Rufe Luna beim Namen, direkt im Anschluss Pfeife ich. Luna kommt freudestrahlend auf mich zu und bekommt ein Leckerli. Das ganze mache ich vielleicht so drei mal hintereinander. Ich kann diese Übungseinheit ruhig 2-3 mal am Tag wiederholen. Insgesamt würde ich diesen Trainingsschritt 2-3 Tage lang üben.

 

Schritt 2: (Zuhause)

Wenn ihr das Gefühl habt, euer Hund hat verstanden worum es geht. Könnt ihr einen Schritt weiter gehen. Ihr seid immer noch nah bei euerm Hund, allerdings pfeift ihr jetzt ohne vorher den Namen zu sagen. Kommt eure Fellnase gibt es sofort ein Leckerli. Das ganze übt ihr in den Abständen und Wiederholungen wie beim ersten Schritt.

Hat eurer Hund das ganze gut verstanden, könnt ihr nun auch hergehen und den Radius vergrößern. Eure Fellnase ist zum Beispiel gerade im Wohnzimmer? Dann geht ihr einfach mal in die Küche oder ins Schlafzimmer und pfeifft. Hat euer Hund die vorherigen Trainingsschritte gut verstanden wird er zu euch kommen. Dafür gibt es wieder ein tolles Leckerli.

An diesem Punkt haben wir damals angefangen kleine Feinheiten mit ein zu bringen! Pfiff – Luna kommt – Sitz – Leckerli!

 

Schritt 3: (Reizarme Umgebung draußen) 

Im dritten Schritt wird es spannend. Es geht nach draußen. Sucht euch eine möglichst reizarme Umgebung die euer Hund im besten Fall gut kennt. Denn nicht nur andere Hunde sind eine Ablenkung, sondern auch neue Gerüche.

Zur Sicherheit könnt ihr die Übung auch vorerst in Kombination mit einer Schleppleine aufbauen. So habt ihr noch mehr Kontrolle über eure Fellnase.

Ihr baut die Übung im freien genauso auf wie Zuhause. Reagiert euer Hund plötzlich nicht auf den alleinigen Pfiff, könnt ihr noch einmal einen Schritt zurück gehen und ihn anfangs mit der Kombi ‚ Name – Pfiff‘ rufen.

Am einfachsten ist es, wenn ihr diese Übung immer wieder in den alltäglichen Spaziergang integriert. Wichtig dabei ist langsam vorzugehen und das Level nicht zu schnell zu steigern.

Nach und nach könnt ihr dann hergehen und die Distanz zum Hund steigern.

Typische Traingsfehler:

  • Zu schnelles Lerntempo
  • Innerer Druck
  • Vorschnelles aufgeben

Kleine Tips und Tricks:

  • Was tun wenn die Fellnase nicht kommt? – Übung mit geringerem Schwierigkeitsgrad aufbauen. Wichtig ist, dass der Hund das Training mit positiven Erlebnissen und Erfolgen verknüpft.
  • Ihr könnt auch das Lieblingsspielzeug von eurem Hund zum locken einsetzen
  • Besondere Leckerlis wie Käse oder Fleischwurst verwenden

 

Viel Spaß und Erfolg beim Training ❤

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß beim Training mit der Hundepfeife. Ich freue mich natürlich über eure Rückmeldungen und Fragen zu dem Thema. Ihr könnt mir auch gerne kleine Übungsvideos von euren Fellnasen per E-Mail schicken: meinseelenhund@gmx.de

Ich möchte auch noch einmal darauf hinweisen, dass zu einem gefestigten Rückruf nicht nur diese Trainingsschritte gehören. Im Gesamten kommt es auf eine ausgeglichene und gefestigte Bindung zwischen Euch und eurem Hund an. Wie ihr die Bindung nachhaltig fördern und stärken könnt, darüber werde ich in einem weiteren Blogbeitrag schreiben.